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Teil 2 der Lesung von Gertrud Fussenegger (†) auf dem Treffpunkt Weltkirche 2008. Laudatio von Domkapitular Dr. Bertram Meier

Beim 3. Internationalen Kongress Treffpunkt Weltkirche im Jahr 2008 in Augsburg wurde sie von einem begeisterten Publikum mit stehenden Ovationen und lang anhaltendem Applaus gewürdigt.

Der Augsburger Domkapitular Prälat Dr. Bertram Meier bezeichnete Frau Fussenegger in seiner Laudatio als Mutmacherin, die als Christin ihre Berufung lebe und als Katholikin ihre Mutter Kirche liebe. Ihre Dichtung ist Bekenntnis, ihr Wort ist Credo, so Dr. Bertram Meier wörtlich.

In einem Interview mit KIRCHE IN NOT zu ihrem 90. Geburtstag stellte sie dankbar fest: Wie ich dazu gekommen bin, eine praktizierende Katholikin zu werden, das ist allerdings ein Stück Lebensgeschichte. Es würde viel zu lange dauern, darüber zu sprechen. Aber ich fühle mich jetzt in einem Hafen angekommen, nach vielen stürmischen Fahrten durch die Ideologien des 19. (und 20.) Jahrhunderts. Immer wieder ist das Christliche, die große Frohbotschaft, aus dem Meer der Irrtümer aufgetaucht und hat mich überzeugt.
Sie ist in ihrer Kindheit oft umgezogen

Gertrud Fussenegger wurde am 8. Mai 1912 als Tochter eines K.U.K.-Hauptmannes in Pilsen geboren. Nach den ersten Lebensjahren in Neu-Sandez (Galizien), Dornbirn (Vorarlberg) und Telfs (Tirol) lebte sie nach dem Tod der Mutter in Pilsen, wo sie 1930 ihr Abitur am Realgymnasium machte.

Anschließend studierte sie Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie an den Universitäten in Innsbruck und München. Sie schloss das Studium 1934 mit der Dissertation ab. Zwei Jahre später stellten sich die ersten Erfolge ihrer schriftstellerischen Tätigkeit ein, die Frau Fussenegger seither kontinuierlich fortgeführt hat.

Während des Zweiten Weltkrieges und danach lebte sie in München und Hall in Tirol. 1961 zog sie nach Leonding bei Linz, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Gertrud Fussenegger verfasste mehr als 60 Bücher, die in 25 Verlagen veröffentlicht und in elf Sprachen übersetzt wurden.

Frau Fussenegger war in erster Ehe mit dem Bildhauer Elmar Dietz, in zweiter Ehe seit 1950 mit Alois Dorn, ebenfalls Bildhauer, verheiratet und hat fünf Kinder sowie 12 Enkelkinder.

Für ihr literarisches Werk erhielt sie zahlreiche Ehrungen: den Adalbert-Stifter-Preis (1951), den Hauptpreis des Sudetendeutschen Kulturbundes (1972), das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland (1984), den Jean-Paul-Preis des Freistaates Bayern (1993), das Große Goldene Ehrenzeichen mit Stern für Verdienste um die Republik Österreich (2003) und das Komturkreuz des päpstlichen Silvesterordens (2007).

Gertrud Fussenegger war Mitglied der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N., der Humboldt-Gesellschaft und der Sudetendeutschen Akademie sowie Ehrenmitglied des österreichischen Schriftstellerverbandes und Ehrenpräsidentin des Verbandes katholischer Schriftsteller Österreichs.

Für die Frankfurter Anthologien von Marcel Reich-Ranicki war sie ebenfalls tätig. Von 1977-1979 und 1984-1985 gehörte sie der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises in Klagenfurt an.

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Speckpater
am: 03.05.2012
um: 09:58:29
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Dauer: 27:09
Gertrud Fussenegger: Mein Leben, mein Jahrhundert, mein Glaube, Teil 2
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